Neurodermitis - Symptome
und Diagnose
Symptome der Neurodermitis
Veränderungen
der Neurodermitishaut
Die Neurodermitishaut ist trockener als normale Haut. So ist beispielsweise
die Bildung der für die Hautfeuchtigkeit wichtigen Ceramide
(hauteigene Fettstoffe) stark beeinträchtigt. Der größte
Teil der Füllsubstanz zwischen den Zellen der Oberhaut besteht
aus Ceramiden. Sie haben die Aufgabe, Wasser in der Oberhaut zu
speichern. Fehlen die Ceramide, so kann die Haut nicht mehr ausreichend
feucht gehalten werden. Die Haut wird rau und neigt zur Schuppung.
Ebenfalls verliert sie ihre Barriere gegen irritierende Umweltstoffe
oder auch allergieauslösende Substanzen und Keime. Auch die
Regulierung weiterer Hautfunktionen wie Schweißbildung, Hautdurchblutung
und Temperaturregelung sind gestört.
Atopische Dermatitis
und Juckreiz
Für viele Betroffene ist ein quälender Juckreiz der zentrale
Aspekt der Neurodermitis. Das auf den Juckreiz häufig erfolgende
Kratzen spielt in jeder Phase der Erkrankung eine wichtige Rolle
und kann Symptome verstärken.
Mediziner vergleichen den Juckreiz in seiner
Beeinträchtigung der Lebensqualität mit dem des chronischen
Schmerzpatienten. Eine Stillung des Juckreizes ist vor allem durch
die Behandlung der Hautentzündung möglich.
Verlauf der Neurodermitis
Die Neurodermitis verändert sich im Laufe des Lebens. Es werden
aber gemeinhin drei Phasen der Erkrankung unterschieden. In jeder
Phase können Schübe auftreten, die durch Umwelteinflüsse
oder Stress ausgelöst werden. Je nach Lebensalter sind unterschiedliche
Körperstellen oder Hautveränderungen betroffen:
Als sogenannter Milchschorf beginnt die Erkrankung
bereits im Säuglingsalter. Sie äußert sich in der
Bildung kleiner Bläschen, die mit Flüssigkeit gefüllt
sind und aufbrechen, bzw. nässen können. Auch flächenhaft
nässende Ekzeme können sich bilden. Meist sind hier die
Streckseite der Arme, Beine und das Gesicht befallen. Trocknen diese
nässenden Regionen, bilden sich Krusten, die in ihrem Aussehen
an verbrannte Milch erinnern. Daher die gebräuchliche Bezeichnung
Milchschorf. Häufig kommt es im Verlauf der Krankheit auch
zu einer Infektion der betroffenen Hautbereiche mit Viren und Bakterien.
Unter einem Beugeekzem wird eine Veränderung
in den Beugefalten der Gelenke, wie Kniekehle oder Ellenbogen verstanden.
Aber auch Hände, Oberkörper, Hals und Nacken können
befallen sein. Diese Form der Erkrankung tritt ab dem Kindes- und
Jugendalter auf. Während bei jungen Menschen die Haut durch
die Entzündung häufig gerötet ist, zeigen sich im
Laufe der Jahre baumrindenartige Vergröberungen der trockenen
und verdickten Haut. Man bezeichnet diese Veränderung als "Lichenifikation".
Eine Sonderform der Neurodermitis ist die Prurigoform.
Prurigo stammt aus dem Lateinischen und bedeutet Juckreiz. Diese
Variante der Erkrankung tritt vor allem bei Erwachsenen auf. Typische
Symptome sind am ganzen Körper auftretende, stark zerkratzte
Knoten. Die Erkrankung kann auch in schwächer ausgeprägter
Form, z.B. nur an den Händen oder Ohrläppchen, auftreten.
Diagnose der Neurodermitis
Eine Diagnose der Neurodermitis stellt der Arzt
anhand eines typischen Krankheitsbildes. Bisher gibt es jedoch keine
einzelne Untersuchung, mit der man die Neurodermitis sicher manifestieren
könnte.
Anamnese
In der Krankheitsgeschichte von Patienten befinden sich häufig
Verwandte mit Allergien oder einer sicher diagnostizierten Neurodermitis.
Auf jeden Fall muss durch den Arzt auch eine
gründliche körperliche Untersuchung durchgeführt
werden. Schon geben oft die Körperstellen, an denen Veränderungen
der Haut zu beobachten sind Hinweise, ob es sich um ein atopisches
Ekzem handelt. Einige körperliche Symptome treten außerdem
bei Neurodermitispatienten verstärkt auf. So z.B. vertiefte,
bizarre Handfurchen (Ichthyosis-Hände), eine doppelte Falte
am Augenunterlid (Dennie Morgan Falte) oder auch Augenringe, die
den Patienten wie übernächtigt aussehen lassen.
Dermatologische Tests
Ob der Körper eines Patienten auf Allergene mit einer überschießenden
Immunantwort reagiert, wird durch Hauttests untersucht. Im Focus
stehen dabei zu aller erst Substanzen wie Hausstaubmilben, Blütenpollen,
Nahrungsmittel und Tierhaare. Diese Allergene werden in Flüssigkeit
gelöst und durch winzige Kratzer in die Haut eingebracht. Stoffe,
die eine verstärkte Immunantwort hervorrufen, führen zu
einer quaddelartigen Schwellung der Haut.
Bluttests
Sogenannte Immunglobuline - die Abwehrstoffe des Körpers –
können anhand einer Blutprobe bestimmt werden. Immunglobuline
rufen die Entzündungsreaktion der Haut hervor. Bei einer atopischen
Dermatitis ist besonders das Immunglobulin E erhöht. In weiteren
Laboruntersuchungen kann nun bestimmt werden, gegen welches Allergen
Immunglobulin E gerichtet ist.
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